Wie ich die Redaktionssitzung verpasste 1
Eigentlich hätte es richtig schön werden sollen. Alle 3 Nommer endlich Mal wieder vereint und zwar zur ersten offiziellen Redaktionssitzung/Klassenfahrt. Aus terminlichen Gründen konnte ich allerdings erst einen Tag später anreisen, was an sich eher trivial klingt, letztendlich aber doch einige Probleme mit sich brachte. In den nächsten Tagen möchte ich an dieser Stelle nun ausführlicher darüber berichten.
Teil 1: Gunter am Gleis
Alles verlief nach Plan. Ich war 10 Minuten vor der Zugankunft am Bahnhof, konnte mir also bequem noch etwas zu lesen kaufen und dann langsam schwer bepackt zum Gleis trotten. Noch nicht mal im Zug gab es Probleme. Ich fand sofort einen Sitzplatz und das wo der doch nach Berlin fuhr, da wollen sie doch eigentlich alle hin. Weder quäkende Kinder noch gekünstelt schnaubende Excel Männer neben mir. Wenn der Tag so weiterverlaufen würde, wäre ich am Abend wahrscheinlich Multimillionär und verheiratet mit Kate Nash.
In Berlin angekommen stürmte ich aufs Gleis wie in einem alten Heintje Film, hier sollte irgendwo das nomnomnom Kollegium stehen und auf mich warten. Ich hatte mir die ganze Zeit überlegt wie sie mich wohl begrüßen würden. Mit Sicherheit haben sie den Tag Vorsprung genutzt um eine kleine Nettigkeit zu basteln. Ein großes Schild mit meinem Namen, ein noch größeres Lebkuchenhermz oder gar Feuerwerk? Womöglich sogar eine Ramones Coverband.
So sehr ich aber auf dem Gleis umher irrte und Ausschau nach ihnen hielt, nirgends war ein bekanntes Gesicht zu sehen. Wahrscheinlichlich haben sie in der untersten Etage das Lebkuchenhermz nicht in den Fahrstuhl bekommen und brauchen noch einen Moment. »Alles easy« dachte ich, bin ja nun auch kein Unmensch. Moment, hatte ich gerade tatsächlich »Alles easy“ gedacht? Hoffentlich hatte ich es nicht leise vor mich hergemurmelt. Erste Skepsis machte sich breit und ich hatte Angst, dass mir aus dem Nichts Gunter Gabriel auf die Schulter klopft und mir mit einem »Recht hast du Junge« zufrieden zunickt.
So langsam müssten sie jetzt aber mal kommen, eine Viertelstunde war bereits vergangen. Nach einer halben Stunde hörte ich auf Ausschau zu halten und setzte mich auf einen dieser Gittersitze am Gleis. Aber hier würden sie mich womöglich nicht sehen wenn sie mit den Luftballons der Rolltreppe hochgefahren kommen. Egal, so würde ich es Gunter Gabriel auch nicht so einfach machen, alles easy. Argh!
Anderthalb Stunden waren bereits vergangen. Zusammengesackt starrte ich mit steifem Blick die Bahnschienen vor mir an. Ich hörte gerade »Fernando« von Abba als sich der Akku des MP3-Players verabschiedete. Das hatte mir ja gerade noch gefehlt, wo doch Musik der beste Divisor jeglicher Wartezeit ist. Ich blickte weiter in Richtung der Schienen und versuchte Melodien aus dem Fiepen meines linken Nasenlochs zu kreieren.
Als ich alle Refrains der Lieder die je eine deutsche Fußballnationalmannschaft zu einem internationalen Turnier aufgenommen hatte, erfolgreich gefiept hatte und erstes Seitenstechen vom taktvollen Atmen bekam, verging mir auch daran die Lust. Gelangweilt und ein wenig desillusioniert blickte ich noch einmal dem Bahnsteig entlang. Womöglich hatten mich die Beiden vergessen und unterhielten sich gerade beim »brunchen« in einem hippen Szenecafé über ihre Macbooks. Ich sah vor meinem inneren Auge das fiese Glänzen in Phils Augen während er an seinem Moccacino nippte. Selbstverständlich wusste er das ich seit anderthalb Stunden am Bahnhof sitze, selbstverständlich würde er die 17€ für das Brunch-Buffet für Anne bezahlen. Hätte ich mir denken können.
Meine Gedanken würden aber abrupt durch einen Blick zur rechten Seite unterbrochen. Woah. Zwei unbequeme Drahtgeflechtsitze neben mir saß eine junge Dame die ich in diesem Augenblick wohl angesehen haben muss als würde ich gebannt darauf Warten das auf allein 3 Feldern eines Glücksspielautomaten vor meiner Nase Sonnen erscheinen. Der vermeintliche Augenblick dauerte zugegebener Maßen mehrere Augenblicke lang, allerdings blinkten da ja auch quasi 3 Sonnen vor mir auf. Nebeneinander! Ich hatte kurzzeitig die Sirenen vom Anfang von »Anton aus Tirol« im Kopf und fiepte mit meinem linken Nasenloch die 3 markanten Töne aus »Blockbusteeeeeer« von Sweet. Ich hatte keine Zeit mir Gedanken über diese Ausgeburt meiner Psyche zu machen, ich musste handeln.
Fortsetzung folgt



großartiger text :D toll, jetzt bin ich hibbelig und kann nichts weiter tun als warten o.O der tag ist im eimer… danke nomnomnom und herm ^^
Wer ist eigentlich dieser Herm und seit wann hat der hier Veröffentlichungsrechte?
oh…ich fass es nicht. da nimmt man sich morgens noch ein bisschen zeit, um die bloggosphäre unsicher zu machen und dann kommt hier so eine Bravofotolovestoryfortsetztungsgeschichte ohne Fotos…ich muss jetzt also ewig warten, bis ich die Fortsetzung lesen kann…mach das bitte nciht all zu oft d’oh
….Weder quäkende Wenn der Tag so weiterverlaufen würde, ???
fehlen da nicht ein paar Buchstaben? Sätze? Wörter? ;)
Recht haste. Loch ist gestopft, danke. :)
Über sowas wie Mobiltelefone verfügt ihr nicht? Ich mein die Story ist ja niedlich, aber irgendwie kommt mir der Protagonist insgesamt leicht zurückgeblieben vor.
Ja, er ist auch ein bisschen dick vieles muss man ihm zweimal sagen.
He Richter, lass den Herm in Ruhe! Den hab ich jetzt schon lieb ;) und bin ganz gespannt auf die Fortsetzung.
Danke Jolka, ich übrigens auch. Obwohl er ein bisschen dick ist und man ihm vieles auch zweimal sagen muss.
Richter: Och komm schon. Nicht so verkrampft hier. Wir sind doch nicht bei Spreeblick. ;)
Das ist aber seltsam. Ein ominöser “Herm” taucht justament in dem Moment hier auf, in dem die “Anne” nicht schreibt. Philipp, das bist doch alles Du; bist Du neu auf andere Medikamente eingestellt worden? :)
Sehr schöne Geschichte, gemeiner cliffhanger.
[...] Was zuvor geschah: Teil 1: Gunter am Gleis [...]
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[...] erzählt bei nomnomnom von seiner Berlin Erfahrung. Mit mindestens genau so vielen Cliffhangern wie bei [...]
[...] 1: Gunter am Gleis Teil 2: Der erste Eindruck zählt Teil 3: [...]
[...] ich habe geantwortet, weil mir noch immer Herms wunderbare Geschichte „Wie ich die Redaktionssitzung verpasste” (Teil 2, Teil 3, Teil 4) im Kopf rumhing. Die musste eindeutig gewürdigt werden, was [...]
[...] Aktion die ich für hochgelungen halte (nicht nur weil mein absoluter Lieblingsbeitrag [eigentlich Beiträge] aus dem Jahre 2008 darin vorkommt) war die [...]