Wie ich die Redaktionssitzung verpasste 2
Was zuvor geschah:
Teil 1: Gunter am Gleis
Teil 2: Der erste Eindruck zählt
Wenn man mich fragt wie denn mein Typ Traumfrau aussieht sage ich immer, dass ich keinen habe, das Gesamtbild muss halt stimmen. Hier hatten wir nun so ein Exemplar. Sie sah aus wie Ronja Räubertochter mit Mitte Zwanzig und hatte sich links und rechts an die Lider ihrer tiefbraunen Augen solche kleinen Flügelchen mit Kajal gemalt. Hach. Neben ihre Beine hatte sie eine Tasche voller Bücher abgestellt. Genauer gesagt einen schwarzen Stoffbeutel mit dem Aufdruck des arte Logos. Ich traute meinen Augen kaum, als ich dann auch noch sah, dass auf all den Büchern und losen zerknitterten Zetteln ein kleiner gelber Game Boy Color lag. Was für eine Frau.
In der rechten Hand hielt sie ihr Mobiltelefon in da sie munter plauderte und in der linken eine Eiswaffel mit genau 3 Kugeln: Schokolade, Cookies und irgendetwas undefinierbares – auffällig bunt war es auf jeden Fall. Ein Hang zum Klassiker mit Offenheit für Neues, wir würden wunderbar zusammen passen.
Als ich allein die visuellen Reize halbwegs verarbeitet hatte, konnte ich mich so langsam wieder auf meine anderen Sinne konzentrieren. Aus dem dumpfen Lärm des Bahnhofs konnte ich allmählich ihre Stimme herausfiltern und dann … HUAH! Oh. Mein. Gott. Für den Bruchteil einer Sekunde machte ich vor Begeisterung das Geräusch, was Marv bei »Kevin – Allein zu Haus« immer machte wenn er mit hochgradigen Temperaturen oder Starkstrom in Berührung kam. Sie hatte einen französischen Akzent.
Ich musste irgendetwas tun um ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen. irgendetwas. Los! In meinem Kopf war sofort die Hölle los, Louis de Funès sprang wie in alten Zeiten auf und ab und hielt mir nur schwer leserliche Notizen mit möglichen Ratschlägen hoch. Etwa 29 Stück pro Sekunde.
Ich musste etwas tun was mich cool, zugleich aber auch gebildet wirken ließ, interessant eben. Und ihr dabei auch noch klar machen, dass ich sie angucke ohne das sie merkt das ich sie angucke. Gar nicht mal so einfach, im Prinzip aber ein altbekanntes Problem was eben nur nicht allzu oft auf dem Bahnsteig auftritt.
Am Besten ist es da ja wenn man in irgendetwas herumblättert. Ein Buch ist da etwas zu eintönig und man setzt alles zu sehr auf eine Karte, lieber ein gutes Magazin mit möglichst großen und selbstverständlich interessanten Bildern. Die beste Variante ist aber wohl das Booklet einer guten CD (ja Platte ist natürlich noch besser aber auf Reisen ein wenig unhandlich), damit schlägt man gleich 2 Fliegen mit einer Klappe . Eigentlich sollte man in solchen Fällen immer das Booklet vom »Garden State« Soundtrack zur Hand haben. Aufgeklappt würde das bestimmt auch bis zu ihr rüber reichen. Mist!
Aber hatte ich ja nun mal nicht und musste so meine eher spärlichen Möglichkeiten durchgehen. In meinem Rucksack hatte ich Christine Nöstlingers »Gurkenkönig« und eine InTouch Ausgabe von vor 2 Wochen. Nein das geht nicht, Ronja hat schließlich einen Sack voller Bücher und dann steh da auch noch arte drauf.
Ich war ein wenig ratlos und erste Ernüchterung machte sich breit, womöglich wäre sie eh gleich weg und ich würde hier wieder ganz allein sitzen. Wirklich Konzentrieren konnte ich mich zudem auch nicht, da Louis de Funès in meinem Kopf mittlerweile »I Should Be So Lucky« von Kylie Minogue zum Besten gab. Wie sollte ich denn da bitteschön einen halbwegs vernünftigen Plan auf die Beine stellen?
Doch dann schlug es ein wie ein Blitz. HA! Am Morgen hatte ich doch Dank meines großzügigen Zeitmanagements noch eine taz kaufen können – perfekt. Ich kramte sie aus meiner Tasche, legte einen Teil auf den Platz neben mich und begann den anderen Teil zu lesen. Wobei, gelesen habe ich da nichts, meine Konzentration galt schließlich voll und ganz ihrem Telefonat. Ich bewegte lediglich meine Augen auf und ab um interessiert auszusehen.
Sie telefonierte gerade mit einer Freundin die wohl eigentlich gerade hätte ankommen sollen, nun aber den Anschlusszug verpasst hat und irgendwo in der Provinz fest saß. Das tat mir sehr Leid. Sie versuchte ihre Freundin mit ein paar Späßchen aufzumuntern und versicherte ihr als Entschädigung einen Kuchen zu backen wenn sie nun erst Morgen käme. Mhmmm Kuchen.
Kurze Zeit später fand das Telefonat auch schon sein Ende, sie klappte ihr Handy zu und ließ sich mit einem unglaublich niedlichen Seufzen in den blauen Sitz zurücksacken. Ich war noch aufgeregter als zuvor. Ihre Freundin würde nicht kommen und sie womöglich gleich aufstehen und gehen. Für immer. In dem Bruchteil der Sekunde als ich vor meiner Zeitung tausende Dinge überlegte die ich in dieser akuten Situation nun tun könnte, stellte sich die Physik auf meine Seite. Es war zum ersten Mal in meinem Leben.
Beim schwungvollen Zurücklehnen hatte sie ihre rechte Hand etwas weit nach links schwingen lassen, woraufhin sich die obere leuchtpinkgrellblaue Eiskugel verabschiedete und auf meiner Zeitung landete. Auf meiner Zeitung! Ich konnte mein Glück nicht fassen, blickte von der Zeitung auf und schaute in ihre riesigen Augen. Zumindest versuchte ich das, denn im ersten Moment hatte ich meinen Körper noch nicht so weit unter Kontrolle, als das er aufhörte die Augen in einem irren Tempo wie bescheuert auf und ab zu bewegen.
Fortsetzung folgt



Ist ja fast wie bei GZSZ hier. Nur spannender. Freu mich schon auf den 3ten teil. ;)
Das klingt schon beinahe, als sei er auf dem Bahnsteig eingeschlafen und träumt gerade etwas Schönes. XD
und dann erzählte sie dir von einer “coolen” disco. ach ne, das war ja die bekloppte…;)
bei den details werden das doch mindestens twelvety-five teile. ich freu mich schon :)
XD XD XD ach ja, immer die augen, die nie so wollen wie sie sollen!
Klingt wie Bravo-Foto-Lovestory, halt nur ohne Foto.
Glaub mir. Mit Herm ist alles wie im Monatsmagazin des Glücksbärchi-Clubs. Nur bunter.
Ich habe gerade entzückt gequitscht!
Verdammt, wirkte das unmännlich…
Man Scheiße meine Textverarbeitungslehrerin sitzt genau vor mir und ich kann nicht aufhören zu grinsen.
Oh Herm, ich habe mich gerade in dich verliebt. ;)
Weiter! Nicht aufhören! Cliffhanger sind blöd.
(Wenn das jetzt so ungefähr klingt wie ein achtjähriger beim “Ich will noch eine Gutenacht Geschichte” Quengeln, dann liegt das daran, dass ich mir so gerade auch vorkam)
leute, ich fürchte, wir müssen mal aufhören, den herm so dolle zu bauchpinseln. nich dass sich das noch irgendwohin verflüchtigt vor lauter hermhamsterlike-pfoten-vor-die-augen-halten. … ach was soll’s … mehr aus dem glücksbärchiclubmagazin!
hah mein gott, das ist wirklich spannend. freue mich auf den dritten teil. und auf das buch. und die verfilmung. und die fortsetzung der verfilmung.
Wann gehts denn nun weiter?
me Rine linkeGfhand isttt dde rzeit nmocghh in einmem nuuteÖlla-_glASas vetrfan gen, soBJbald das mizrt de r kDSrankenkWEasse ge k lärt ist gGgehTZts daBnn wewiter aASlso en t weder Hheute aBHbend noJch o der dann spätWestee ns morgeBHJn
[...] Teil 1: Gunter am Gleis Teil 2: Der erste Eindruck zählt [...]
Herm: darüber habe ich die ganze Nacht gegrübelt – hast du nur eine linke Hand?
Also ich hoffe das du nur EINE linke Hand hast, wie / warum / wo ist deine rechte Hand gewesen?
Na an die Mauz?
[...] 1: Gunter am Gleis Teil 2: Der erste Eindruck zählt Teil 3: [...]