
War neulich am Strand. Tut einem ja ganz gut die frische Luft um die Nase und der Warme Sand zwischen den Zehen. Und überhaupt, mit etwas Glück bekommt man mit etwas Geduld auch noch ein wenig Farbe. Beim letzten Ostseeurlaub hatte das nicht so gut geklappt, da sah man mich noch in Dänemark leuchten. The Whitest Boy Alive sozusagen.
Auf der Suche nach Hühnergöttern, meine Oma mag die so gern, sah ich schon von weitem einen kleinen Jungen im Sand hocken. Er war äußerst vertieft in seine architektonischen Basisarbeiten. Auf seinem Rücken prangte ein kleines Logo des HSV und ich dachte mir noch wie niedlich ich das doch immer finde, wenn kleine Kinder Fußballtrikots ihrer großen Vorbilder tragen. Der kleine Hanseat schien Spaß daran gefunden zu haben seine kurz zuvor errichteten Bauten unweigerlich wieder zu zerstören. Womöglich winkt ihm später mal ein gut bezahlter Job in der Managerbranche dachte ich und beobachtete wie er mit beiden Händen einen großen Stein aus dem Sand anhob.
In mir kam die freudige Erwartung auf wie er gleich sein Sandschloss, das Etablissement also, mit einem wuchtigen Schlag dem Erdboden gleich machen würde und so hielt ich neben ihm kurz ein wenig inne.
“Kräftiges kleines Kerlchen” ging mir noch durch den Kopf bevor mir mein Rückenmark zu verstehen gab, dass untenrum irgendetwas nicht stimmen würde. Für einen Moment blieb die Zeit stehen. Wahrscheinlich war das eine Art Vorbereitung darauf, dass einen Augenblick später rein schmerzlich gesehen in meinem Inneren ein Milchtruck in eine unvorbereitete Menge laktoseintoleranter Rentner raste. Aua!
Mein Nervensystem stellte von seichtem schwedischem Indiepop auf Drum ‘n Bass um und ich wagte einen Blick nach unten. Oh. Der kleine Silvio hatte seinen Stein ziemlich genau auf meinem Fuß platziert. Zumindest ging ich davon aus, dass das was da unter dem Stein hervorguckte und aussah wie eines der Frühstücksmenüs des Billigbäckers am Hannoveraner Bahnhof mein linker Fuß war.
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