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Ausdruckstanz

Vor einiger Zeit veröffentlichte Jeriko nach allerhand Mühe “Ausdruck“. Eine kleine, feine Sammlung an lesenswerten Texten der deutschen Blogosphäre. Einer der enthaltenen Texte entstammt auch unserer fetzigen Spielvereinigung. Genau genommen diese (endlose) Reihe.  

Und weil sich ausgedruckte Texte nun einmal viel besser lesen lassen, als auf flackernden Bildschirmen mit Pixelfehlern, kann man das doch auch gleich laut machen. Dem geschieht so am morgigen (Mittwoch) Abend und ich muss selbst mit meinen Kommafehlern zurecht kommen wenn ich den ganzen Kram vorlese. Zum mitschreiben:

Mittwoch 16.12. Einlass 20:00 Uhr, Start 20:30
Yuma-Bar
Reuterstraße 63, Berlin
Eintritt frei, Austritt mit Hut 

Alle weiteren Leserlinge stehen hier. Kommt vorbei und bringt Schokolade mit!

Stadlzeit 2

Fast einen ganzen Monat in Verzug, ist es wieder Zeit sich dem zünftigen Treiben im Musikantenstadl ausgiebig hinzugeben. Also schnell den Staub von der Aufnahme pusten und los geht’s. Heute aus der Dreiländerhalle in Passau. 

byrn Eine Blaskapelle marschiert in die Halle ein und die Mengen beginnen im Takt zu klatschen. Ein Grund dafür könnte sein, dass ein Mann vorneweg läuft, der allen auf die Finger Haut die es nicht machen:

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Calippo und Füße

War neulich am Strand. Tut einem ja ganz gut die frische Luft um die Nase und der Warme Sand zwischen den Zehen. Und überhaupt, mit etwas Glück bekommt man mit etwas Geduld auch noch ein wenig Farbe. Beim letzten Ostseeurlaub hatte das nicht so gut geklappt, da sah man mich noch in Dänemark leuchten. The Whitest Boy Alive sozusagen.

Auf der Suche nach Hühnergöttern, meine Oma mag die so gern, sah ich schon von weitem einen kleinen Jungen im Sand hocken. Er war äußerst vertieft in seine architektonischen Basisarbeiten. Auf seinem Rücken prangte ein kleines Logo des HSV und ich dachte mir noch wie niedlich ich das doch immer finde, wenn kleine Kinder Fußballtrikots ihrer großen Vorbilder tragen. Der kleine Hanseat schien Spaß daran gefunden zu haben seine kurz zuvor errichteten Bauten unweigerlich wieder zu zerstören. Womöglich winkt ihm später mal ein gut bezahlter Job in der Managerbranche dachte ich und beobachtete wie er mit beiden Händen einen großen Stein aus dem Sand anhob.

In mir kam die freudige Erwartung auf wie er gleich sein Sandschloss, das Etablissement also, mit einem wuchtigen Schlag dem Erdboden gleich machen würde und so hielt ich neben ihm kurz ein wenig inne.

“Kräftiges kleines Kerlchen” ging mir noch durch den Kopf bevor mir mein Rückenmark zu verstehen gab, dass untenrum irgendetwas nicht stimmen würde. Für einen Moment blieb die Zeit stehen. Wahrscheinlich war das eine Art Vorbereitung darauf, dass einen Augenblick später rein schmerzlich gesehen in meinem Inneren ein Milchtruck in eine unvorbereitete Menge laktoseintoleranter Rentner raste. Aua!

Mein Nervensystem stellte von seichtem schwedischem Indiepop auf Drum ‘n Bass um und ich wagte einen Blick nach unten. Oh. Der kleine Silvio hatte seinen Stein ziemlich genau auf meinem Fuß platziert. Zumindest ging ich davon aus, dass das was da unter dem Stein hervorguckte und aussah wie eines der Frühstücksmenüs des Billigbäckers am Hannoveraner Bahnhof mein linker Fuß war.
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Stadlzeit

 Der Musikantenstadl hat eiskalt überzogen, weshalb meine Aufnahme etwa 2 Minuten zu früh endet. Nun gut, es gibt Schlimmeres. Somit sind wir beim Ende der Berichterstattung angekommen. Ich bedanke mich recht hermzlich für ihre Aufmerksamkeit und verabschiede mich mit einem Maxi Arland Lächeln und der Frage: Isses net scheen, wenns scheen is? 

 Jetzt geht es zum Schluss noch mal in die Vollen, Andy Borg übernimmt den Gesang: “Wenn er nach Hause kam, nahm er sie in den Arm bevor er sie liebevoll auseinander nahm.”

 Das lasse ich jetzt einfach mal so stehen: “Ja sie ist meine Swiss Lady und ich ein Mann aus den Bergen. Und wer sie einmal gehört hat weiss, nur ein Alphorn klingt so schön.” 

 Die Klostertaler und Die Paldauer spielen jetzt Riesenhits zusammen. Eine Supergroup! Der erste Hit lautet “Sie ist ein Düsseldorfer Girl”. Also rein geografisch habe ich jetzt jegliche Orientierung verloren. Und was jetzt so besonders an den Düsseldorfer Girls ist wurde auch nicht gesagt, hm.

 Weiteres Wissenswertes zur Käsemacherkunst: “Und wie nennt ihr das jetzt wenn ihr das heraus nehmt? – Hinaus nehmen.” Aha, wieder was gelernt.

 Maxi Arland singt “Ganz in Weiß” und das MDR Fernsehballett tanzt dazu, dass ich das noch erleben darf.

 Das Mikrofon von Maxi Arland hat als einziges ein wenig Hall. Jetzt ist auf einmal die ganze Familie Arland auf der Bühne und spielt “Ganz in Weiß” das hat der Opa nämlich für Roy Black geschrieben. Zugegebener Maßen auch eins meiner heimlichen Lieblingslieder.

 Papa Henry Arland spielt jetzt was auf seiner Klarinette, ich habe erste Bedenken in einer Endlosschleife gefangen zu sein. Maxi lächelt weiterhin, jetzt am Piano:

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 Kein Meer der Welt könnte das Feuer in ihm löschen und das wo die doch unendlich sind, ich komme nicht mehr mit. Maxi macht nach jedem zweiten Satz ein “hahaha” und hat seiner Verlobten eine Rose mitgebracht hahaha. Die Halle applaudiert weil sich auch noch so moderne Menschen verloben. Ist das nicht schön? Ich will jetzt in den Pärchenurlaub mit Maxi Arland.

 MAXI ARLAND!!! Kennt ihr den? Der war vor einigen Jahren mal Keyboarder bei seiner Familienband und bereits damals fand ich sein Schwiegermutterlieblingslächeln bemerkenswert. Würde man die Plastikhülle der Volksmusikwelt in eine Person pressen es wäre, nein es ist Maxi Arland.

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 3 Stunden später bin ich sensibilisiert und lache über Musikantenstadl Sketche. 

 “Ewig ist die Zeit und ewig ist das Meer.” Mhm, ihm scheints jedenfalls zu gefallen:

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Ist der gute Herr nicht aus irgendeinem Pixar Film oder so?

 Andy Borg präsentiert seine neue Single, man schaue sich einmal die Photoshoparbeit dazu an. Woah!

 Andy Borg gibt sich begeistert von der Instrumentenkunst, welche diese 3 Herren beherrschen. Man hätte auf der Tournee wohl eine Stecknadel fallen gehört, so begeistert wäre das Publikum gewesen. Auf die Bitte hin das der Herr an der Harfe doch bitte einmal ein kleines Schmankerl spielen soll, spielt er einmal alle Saiten an. Wow.

 “Die Ursprung Buam” stehen auf der Bühne, die waren sogar mal in meinem wunderbaren Heimatdorf zu Gast. Großartiger, wenn auch leicht bedrängender Text: “Latte Macchiato, du und i ja des passt scho. Trink ma aus du und i [Textteil den ich nicht verstehe, der aber mit großer Wahrscheinlichkeit von körperlicher Interaktion handelt]“

 Volksmusik ist streckenweise übrigens weitaus sexistischer als beispielsweise Dancehall.

 Ein wunderbare Almchor singt, einige Besucher in der Halle scheinen dem Gedanken verfallen zu sein bereits an der Himmelspforte anzuklopfen. Naaaa neeeet jetz!

 Parallel zur Sendung wird in der Halle übrigens der ortstypische Käse zubereitet. Andy sagt es wäre nicht auszuhalten ihn nicht zu essen.

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Wunderboar!

 “Donnerwetter wir tun es noch einmal! Donnerwetter was ist schon dabei!”

 Ja also es regnet wie Sau und die Beiden laufen draußen rum. Sie ist total nass weshalb er sie wärmt und wenn er sie jetzt küsst gibt es ein Donnerwetter Heute Nacht.

 Heidewitzka! Die Klostertaler! Die U2 der Volksmusik, ich werd verrückt! Sie scheinen sich rein musikalisch für ihren neuen Song sehr viel von Europe abgeschaut zu haben. Woah, was ich hier schon für Analysen mache. Jump!

 Uh das ist ja gerade der Nachwuchswettbewerb, ich glaub die ersten machen das Rennen. 

 Das ist Pascal, er nennt sich “Pascal Djii”:

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 Bussln bis zum umfoalln.

 Ich finde es ja immer interessant was passieren muss, damit sich junge Menschen zu einer Volksmusikgruppe zusammen schließen. Die jungen “Ilstaler” aus Österreich erzählen wie es dazu kam: “Wir hom uns kennenglernt vor circa 2 Joar. Des war zufälligerweise bei einer Spulerei.” Aha, eine Spulerei also. “Da san i und da Tobias sans an ren kömme und jetzt homma gsagt mir wolln a Gruppn gründn. Und da homma noch wen drittn gsuacht – UND DANN SIMMA SEIZFAZUGELAUFN!!!” Ja, ich habe auch nichts verstanden.

 Deine Liebe ist ein Schiff! Ich will wieder Berge jetzt, genug Matrosen. Ich muss an dieser Stelle übrigens mal das Bühnenbild loben, also ernsthaft, erstaunlich was die da immer zusammen zimmern.

 Die eben erwähnte Frau singt jetzt “Seemann deine Heimat ist das Meer” jetzt komme ich hier ganz durcheinander. 

 Andauernd kommt eine Frau die aussieht wie Celine Dion und erzählt wie toll es in Fribourg ist. Aber die machen das gut, ich gucke schon nach Angeboten.

 Allgemeiner Tenor bisher: Alle sind verliebt, überall ist es ganz wunderschön aber am besten ist es immer noch in der Heimat. 

 Die Frau dahinten will um jeden Preis ins Fernsehen. Sie schiebt sich andauernd im Hintergrund ins Bild und hat sich jetzt ihre Tochter/Enkelin geschnappt und zwingt sie zum klatschen:

Liebes kleines Mädchen, solltest du das hier lesen, melde dich bitte bei uns! Wir schenken dir dann irgendwas Tolles, versprochen. 

 Es geht gerade um den Almauftrieb Mitte Mai, das Lustige daran ist: Der Mann hat kleine Puffärmelchen hihihihi.

 Die Beiden scheinen sich auch so kennen gelernt zu haben:

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 Ja also da geht eine Frau vor dem lang, da bleibt jeder Herzschrittmacher stehen sagt er und wenn die sich jetzt umdreht ist sie das, was der Himmel für ihn geplant hat. Mhm. Total verliebt ist er, sagt er, sie hat ihn angelächelt.

 Ah, Urgesteine der volkstümlichen Schlagerszene: Die Paldauer! Der neue Hit trägt den Titel “Du Du Du”. Womöglich eine Coverversion von The Police. Wo ich es jetzt gerade wieder sehe, ein weiterer Punkt den ich bei derartigen Sendungen immer erstaunlich finde ist, dass gut 2 Drittel der Instrumente auf der Bühne im Lied gar nicht vorkommen. 

 Herr Borg sagt, dass Publikum soll das mit den Fahnen noch mal machen, ich denke an Früher.

 Woah unglaublich wie oft die Kamera im 360° Modus durch die Halle gezerrt wird, mir ist schon ganz schwummrig im Kopf. Andy sagt: “Ich behaupte dieser junge mann wird seinen Weg gehen!” Das glaube ich auch, ich hoffe nur er wird geschnappt bevor … ich mag es mir gar nicht ausmalen. Stell dir mal vor du hast eine Tochter und die kommt mit so einem Typen nach Hause. Isses net schee, wenns schee is?

 “Schneidige Madln und Dirndl dazue, brauchst ni long fragn was i da glei tue!” DER BLICK!

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 Das hier ist Florian Fesl, die erste Zeile seines Liedes dessen Name ich leider nicht weiß lautet: “Isses net schön wenns schön is?”

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Recht hast du, lieber Flori.

 Der Text handelt übrigens von einem kleinen Zwerg mit einer Zipfelmütze der auf einen anderen Berg will weil da eine Zwergendame ist. Wie löst er das Problem, dass er nicht rüber kommt? Richtig, er ruft die Zwergenhotline an. “Und dann nimmt das alte Zipfelspiel seinen Lauf.”

 Neben den dicken Beats finde ich übrigens die subtilen fast schon pornografischen Elemente immer wieder überraschend. Was heißt überraschend, sie sind geschickt eingebaut, zack:

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 Der erste musikalische Act des Abends: “Die Jungen Zillertaler”. Ich bin ja immer wieder erstaunt darüber wie sehr beatlastig diese Musik doch ist da kann sich ein, sagen wir mal DMX noch eine Scheibe von abschneiden.

 Die Schweiz wird auf der Google Earth Aufnahme sichtbar, Applaus setzt ein. Ja meine Damen und Herren, das ist Internet.

 Hier erste Bilder die vom Mond gefilmt wurden. Ich habe die Befürchtung Andy Borg wurde eiskalt an der Nase herumgeführt:

 Nach der Begrüßungszeremonie und Lobhudelei auf den Austragungsort kommen jetzt endlich die knallharten Fakten und es wird interessant: Vergangene Woche war Andy Borg mit seinem Regisseur auf dem Mond.

 Na toll, Fribourg liegt übrigens in der französischen Schweiz. Jetzt versteh ich die ganzen Witze nicht, hab doch Latein gemacht. 

 Zuvor gab es übrigens noch eine Begrüßung dieser Schweizer Mundart Kids. Einmal kurz raten bitte wer der 3 von seiner Mutter dazu gezwungen wurde:

 Es wird aus Fribourg in der Schweiz gesendet, an dieser Stelle noch mal alles gute zum Aufstieg in die erste Fußball Bundesliga. Zur Begrüßung direkt 200 Alphörner und heroische Fahnenschwenker – Gänsehautstimmung. Bis Andy Borg zu Synthiebeats und Trompeten auf die Bühne gesprungen kommt um den Stadlsong zum Besten zu geben. Warum mache ich das eigentlich?

  Zu Recherchezwecken habe ich mir “Die Neue Frau” gekauft, also das Magazin. Wo ich jetzt ein paar mal durchgeblättert habe, verstehe ich die negative Grundstimmung der deutschen Rentner voll und ganz. Die Zeitschrift ist in 3 Teile unterteilt. Das erste Drittel befasst sich mit den Problemen und Leiden der “Stars”, dann kommt ein Drittel Rezepte und zum Schluss noch einmal alles zum Thema Gesundheit. Oder besser gesagt Krankheit und wie schlimm manche für ungefährlich gehaltener Infekt doch sein kann. Mein Lieblingsartikel aus dieser Sparte: “10 überraschende Irrtümer über die Schweinegrippe”. Ich bin nach dieser Lektüre also in bester Seniorenverfassungen und es kann losgehen. Stadlzeit!


Foto: Jofre Ferrer
Es gibt im Leben eine Zeit, da ist man gern bereit die Sorgen wegzusperren um der Musik zuzuhören. Da gibt man sich die Hand, sitzt gemütlich beieinand’. Eine Brezn mit einem Bier macht froh und lustig sowieso! YO!! JETZT IST STADLZEIT!!!!111

Also nein, noch nicht ganz. Ab 20:15 Uhr geht es an dieser Stelle los.

EDIT: Beginn 20:30 Uhr, ich kann meine Hose nicht finden.

Für am Strand

Die ersten Sonnenstrahlen lassen sich bereits häufiger, wenn auch verbesserungswürdig, blicken und man kann den Frühling durchaus erahnen. Genau der Zeitpunkt im Jahr also, wo die erste Vorauswahl für den Sommerhit des Jahres ins Haus steht. Nachdem die durchweg musikaffine nomnomnom Redaktion bereits im vergangenen Herz einen Herbstschmerz-Song erster Güte aus dem Hause KanYe West gewidmet bekam, möchte man in diesem Jahr einen direkteren Weg gehen. Ein waschechter Sommerhit:

Direktohrwurmwormnormnomnomnom
Für die Hinweise vielen Dank an Marc und Malcolm an den Geräten zu Hause!

We are in Hawaii!

Als Webworker und Publisher ist hier im nomnomnom-Office Future stets ein großes Thema für uns. Und so haben wir uns nach einigen Creative Sessions entschieden, nun testweise (trial) on top Kinderreportern eine Plattform zu bieten. Heute gibt uns die kleine Maddie einen Einblick in die hauseigene nomnomnom Lolcat Arbeitsgemeinschaft:

Direktkitten

808 Noms

Kanye West ist nicht nur selbst begeisterter Blogger (AM LIEBSTEN IN CAPS LOCK), sondern scheinbar obendrein auch noch prominenter nomnomnom Fan. Direkt im zweiten Song seines neuen Albums »808s & Heartbreak« findet sich diese ca. 18-sekündige Liebeserklärung:

Get the Flash Player to see the wordTube Media Player.

Mein Kampf gegen Alaska

Hoffentlich bekommt hier Niemand gekürzte Titel im Feedreader. In den letzten Tagen und Wochen haben sich einige Wendungen ereignet mit denen man so einfach nicht rechnen konnte. Alles begann mit einem Ausflug nach Island, ich sollte irgendwelche geschäftlichen  Dinge für uns klären – eigentlich weiß ich bis heute nicht so genau was ich dort sollte.

Letztendlich kam die Finanzkrise über Nacht, in Island ging alles drunter und drüber und ich war da irgendwo mittendrin. Verloren in einer kleinen Blockhütte im Nichts. Anne reagierte auf meine, wie sie sagte, herzzerreißende Nachricht und ließ mir ein kleines Couvert zukommen. Darin befand sich ein Fluggutschein, zurück nach Hause. Hach.  Sie hatte ihre kurze Nachricht auf Esspapier geschrieben.

Ich eilte zum Flughafen und drücke der Frau den Zettel, äh Gutschein mit ein paar notdürftig daran geklebten Geldscheinen in die Hand und sagte ich wolle sofort den nächsten  Flug nehmen. Sie wollte gerade ansetzen mir zu erklären, dass da irgendwas nicht ginge und alles etwas kompliziert sei und ob ich das so den überhaupt wolle, aber dann sah sie das Glänzen in meinen Augen. Die glühende, pure Hoffnung. Sie nickte kurz und hämmerte anschließend gefühlte 3 Stunden auf ihre Tastatur ein.

Ich solle zur kleinen Startbahn am Ende des Flughafens gehen. Ich dachte mir nichts weiter dabei und stieg in die kleine Maschine ein. Ich dachte mir auch nichts weiter als ich beim abheben der Maschine feststellte, das ich der einzige Passagier war. Ich meine, hey – Anne hatte auf Esspapier geschrieben. 

In der Luft in Richtung Heimat warf ich noch mal einen Blick auf den Gutschein, irgendwas stimmte da nicht. Oh. Jemand hatte den Punkt „Berlin“ unter „Destination“ durchgestrichen und mit krakeliger Schrift durch „Alaska“  ersetzt. Oh. Es war mir nicht aufgefallen, ich hatte für etwa 2 Tage keine Cola mehr getrunken.

An die folgenden 7 Stunden kann ich mich nicht mehr erinnern, erst als wir landeten wurde ich wieder wach,  als ich mit dem Kopf gegen die Flugzeugdecke krachte. Woah! Es war tatsächlich eins dieser Wasserflugzeuge, wie in diesen Filmen am Sonntagnachmittag. Aber egal, ich wollte ja wieder nach Hause und so versuchte ich dem Pilot meine missliche Lage nahezubringen. Aufgrund seiner Frisur hatte ich kurzzeitig Angst zusätzlich auch noch in der Zeit gereist zu sein. Aber selbst wenn, ich hatte schon viel über die Achtziger gelesen.

Aber nichts schien Mister Nice Guy im Cockpit  bewegen zu können, er zuckte kurz mit den Schultern, dann zweimal mit den Augenbrauen, dann wieder mit den Schultern und schmiss ich im hohen Bogen aus dem Flugzeug.  Ehe ich mich im Sumpf des Ufers wieder halbwegs gesammelt hatte, hatte er den Motor bereits wieder angeworfen und machte sich für einen Start klar.

Er glitt langsam auf dem Wasser dahin und ich konnte ihm nur noch die Frage hinterher werfen wo ich denn hier eigentlich bin. „Alaska!“ rief er, ich rief zurück „Alaska – Alaska?“, doch da hob er schon ab und hatte nur noch ein müdes Winken für mich übrig.

Die darauffolgenden Tage verbrachte ich in der Einöde irgendwo tief in Alaska, verlor aber nie den Willen schon bald wieder zu Hause zu sein. Es war eine lange Reise, hier ein kleiner Teil davon:

Mittlerweile bin ich wieder in menschlicher Zivilisation und habe, noch viel wichtiger, Internetzugang! Ich möchte deshalb die Gelegenheit nutzen, an dieser Stelle einen kleinen Beitrag über meinen Kampf gegen die Eigenheiten Alaskas zu zeigen, bittesehr:

 


Direktumherkullern

Der Mann vom Imbiss an der Ecke meinte ich hätte gute Chancen bald wieder zu Hause zu sein, der nächste Flughafen sei nicht weit weg von hier. Ich werde mir das nötige Geld für das Rückflugticket mit Stepptanz verdienen und in wenigen Tagen ist schon wieder alles beim Alten. Wir sehen uns in Kürze.

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Das wunderbare Lied in dem kleinen Filmbeitrag stammt vorn Björn Kleinhenz und kann hier neben anderen Audio-Köstlichkeiten heruntergeladen werden. 
Die Fotos stammen (in angezeigter Reihenfolge) von:
karpov, greenbroke, alaskan dude.

Ungkompentzionell

An dieser Stelle eine kurze Erklärung warum es bei der “Wie ich die Redaktionssitzung verpasste“-Reihe derzeit eine so unangenehm lange Pause gibt:


Direktanleger

Wie ich die Redaktionssitzung verpasste 4

Was zuvor geschah:

Teil 1: Gunter am Gleis
Teil 2: Der erste Eindruck zählt
Teil 3: Eisbrecher

Teil 4:James würde es verstehen

Langsam und gemütlich gingen wir in Richtung Ausgang. Ich musste mir vorstellen wie sich bereits erste Bahnmitarbeiter hinter den Überwachungsbildschirmen eingefunden hatten um die Geschehnisse zwischen mir und der jungen Dame genauer zu verfolgen. Bestimmt haben die dort solche Touchscreenvorrichtungen und können Markierungen wie bei Fußballanalysen machen. Wahrscheinlich war ich gerade eingekreist und die Szene wie wir die Treppe herab gingen wurde immer wieder abgespielt. Was würde wohl Mehmet Scholl jetzt tun?

Auf dem Weg zum Eis bauten wir erstes Basiswissen auf. Auch mal wieder schön, schließlich werden solche Gespräche in dieser Form aufgrund diverser Social Network Platfformen immer seltener. Ronja hieß eigentlich Beatrix und war hier zum studieren, das Wintersemester über wollte sie in Berlin bleiben und dann mal sehen ob sie wieder zurück nach Nantes geht oder noch eine Verlängerung dran hängt. Ah Verlängerung. Für einen Moment dachte ich wieder an die Bahnmitarbeiter in der Überwachungszentrale.

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