Der Musikantenstadl hat eiskalt überzogen, weshalb meine Aufnahme etwa 2 Minuten zu früh endet. Nun gut, es gibt Schlimmeres. Somit sind wir beim Ende der Berichterstattung angekommen. Ich bedanke mich recht hermzlich für ihre Aufmerksamkeit und verabschiede mich mit einem Maxi Arland Lächeln und der Frage: Isses net scheen, wenns scheen is?
Jetzt geht es zum Schluss noch mal in die Vollen, Andy Borg übernimmt den Gesang: “Wenn er nach Hause kam, nahm er sie in den Arm bevor er sie liebevoll auseinander nahm.”
Das lasse ich jetzt einfach mal so stehen: “Ja sie ist meine Swiss Lady und ich ein Mann aus den Bergen. Und wer sie einmal gehört hat weiss, nur ein Alphorn klingt so schön.”
Die Klostertaler und Die Paldauer spielen jetzt Riesenhits zusammen. Eine Supergroup! Der erste Hit lautet “Sie ist ein Düsseldorfer Girl”. Also rein geografisch habe ich jetzt jegliche Orientierung verloren. Und was jetzt so besonders an den Düsseldorfer Girls ist wurde auch nicht gesagt, hm.
Weiteres Wissenswertes zur Käsemacherkunst: “Und wie nennt ihr das jetzt wenn ihr das heraus nehmt? – Hinaus nehmen.” Aha, wieder was gelernt.
Maxi Arland singt “Ganz in Weiß” und das MDR Fernsehballett tanzt dazu, dass ich das noch erleben darf.
Das Mikrofon von Maxi Arland hat als einziges ein wenig Hall. Jetzt ist auf einmal die ganze Familie Arland auf der Bühne und spielt “Ganz in Weiß” das hat der Opa nämlich für Roy Black geschrieben. Zugegebener Maßen auch eins meiner heimlichen Lieblingslieder.
Papa Henry Arland spielt jetzt was auf seiner Klarinette, ich habe erste Bedenken in einer Endlosschleife gefangen zu sein. Maxi lächelt weiterhin, jetzt am Piano:

Kein Meer der Welt könnte das Feuer in ihm löschen und das wo die doch unendlich sind, ich komme nicht mehr mit. Maxi macht nach jedem zweiten Satz ein “hahaha” und hat seiner Verlobten eine Rose mitgebracht hahaha. Die Halle applaudiert weil sich auch noch so moderne Menschen verloben. Ist das nicht schön? Ich will jetzt in den Pärchenurlaub mit Maxi Arland.
MAXI ARLAND!!! Kennt ihr den? Der war vor einigen Jahren mal Keyboarder bei seiner Familienband und bereits damals fand ich sein Schwiegermutterlieblingslächeln bemerkenswert. Würde man die Plastikhülle der Volksmusikwelt in eine Person pressen es wäre, nein es ist Maxi Arland.

3 Stunden später bin ich sensibilisiert und lache über Musikantenstadl Sketche.
“Ewig ist die Zeit und ewig ist das Meer.” Mhm, ihm scheints jedenfalls zu gefallen:

Ist der gute Herr nicht aus irgendeinem Pixar Film oder so?
Andy Borg präsentiert seine neue Single, man schaue sich einmal die Photoshoparbeit dazu an. Woah!
Andy Borg gibt sich begeistert von der Instrumentenkunst, welche diese 3 Herren beherrschen. Man hätte auf der Tournee wohl eine Stecknadel fallen gehört, so begeistert wäre das Publikum gewesen. Auf die Bitte hin das der Herr an der Harfe doch bitte einmal ein kleines Schmankerl spielen soll, spielt er einmal alle Saiten an. Wow.
“Die Ursprung Buam” stehen auf der Bühne, die waren sogar mal in meinem wunderbaren Heimatdorf zu Gast. Großartiger, wenn auch leicht bedrängender Text: “Latte Macchiato, du und i ja des passt scho. Trink ma aus du und i [Textteil den ich nicht verstehe, der aber mit großer Wahrscheinlichkeit von körperlicher Interaktion handelt]“
Volksmusik ist streckenweise übrigens weitaus sexistischer als beispielsweise Dancehall.
Ein wunderbare Almchor singt, einige Besucher in der Halle scheinen dem Gedanken verfallen zu sein bereits an der Himmelspforte anzuklopfen. Naaaa neeeet jetz!
Parallel zur Sendung wird in der Halle übrigens der ortstypische Käse zubereitet. Andy sagt es wäre nicht auszuhalten ihn nicht zu essen.

Wunderboar!
“Donnerwetter wir tun es noch einmal! Donnerwetter was ist schon dabei!”
Ja also es regnet wie Sau und die Beiden laufen draußen rum. Sie ist total nass weshalb er sie wärmt und wenn er sie jetzt küsst gibt es ein Donnerwetter Heute Nacht.
Heidewitzka! Die Klostertaler! Die U2 der Volksmusik, ich werd verrückt! Sie scheinen sich rein musikalisch für ihren neuen Song sehr viel von Europe abgeschaut zu haben. Woah, was ich hier schon für Analysen mache. Jump!
Uh das ist ja gerade der Nachwuchswettbewerb, ich glaub die ersten machen das Rennen.
Das ist Pascal, er nennt sich “Pascal Djii”:


Bussln bis zum umfoalln.
Ich finde es ja immer interessant was passieren muss, damit sich junge Menschen zu einer Volksmusikgruppe zusammen schließen. Die jungen “Ilstaler” aus Österreich erzählen wie es dazu kam: “Wir hom uns kennenglernt vor circa 2 Joar. Des war zufälligerweise bei einer Spulerei.” Aha, eine Spulerei also. “Da san i und da Tobias sans an ren kömme und jetzt homma gsagt mir wolln a Gruppn gründn. Und da homma noch wen drittn gsuacht – UND DANN SIMMA SEIZFAZUGELAUFN!!!” Ja, ich habe auch nichts verstanden.
Deine Liebe ist ein Schiff! Ich will wieder Berge jetzt, genug Matrosen. Ich muss an dieser Stelle übrigens mal das Bühnenbild loben, also ernsthaft, erstaunlich was die da immer zusammen zimmern.
Die eben erwähnte Frau singt jetzt “Seemann deine Heimat ist das Meer” jetzt komme ich hier ganz durcheinander.
Andauernd kommt eine Frau die aussieht wie Celine Dion und erzählt wie toll es in Fribourg ist. Aber die machen das gut, ich gucke schon nach Angeboten.
Allgemeiner Tenor bisher: Alle sind verliebt, überall ist es ganz wunderschön aber am besten ist es immer noch in der Heimat.
Die Frau dahinten will um jeden Preis ins Fernsehen. Sie schiebt sich andauernd im Hintergrund ins Bild und hat sich jetzt ihre Tochter/Enkelin geschnappt und zwingt sie zum klatschen:

Liebes kleines Mädchen, solltest du das hier lesen, melde dich bitte bei uns! Wir schenken dir dann irgendwas Tolles, versprochen.
Es geht gerade um den Almauftrieb Mitte Mai, das Lustige daran ist: Der Mann hat kleine Puffärmelchen hihihihi.

Die Beiden scheinen sich auch so kennen gelernt zu haben:

Ja also da geht eine Frau vor dem lang, da bleibt jeder Herzschrittmacher stehen sagt er und wenn die sich jetzt umdreht ist sie das, was der Himmel für ihn geplant hat. Mhm. Total verliebt ist er, sagt er, sie hat ihn angelächelt.
Ah, Urgesteine der volkstümlichen Schlagerszene: Die Paldauer! Der neue Hit trägt den Titel “Du Du Du”. Womöglich eine Coverversion von The Police. Wo ich es jetzt gerade wieder sehe, ein weiterer Punkt den ich bei derartigen Sendungen immer erstaunlich finde ist, dass gut 2 Drittel der Instrumente auf der Bühne im Lied gar nicht vorkommen.
Herr Borg sagt, dass Publikum soll das mit den Fahnen noch mal machen, ich denke an Früher.
Woah unglaublich wie oft die Kamera im 360° Modus durch die Halle gezerrt wird, mir ist schon ganz schwummrig im Kopf. Andy sagt: “Ich behaupte dieser junge mann wird seinen Weg gehen!” Das glaube ich auch, ich hoffe nur er wird geschnappt bevor … ich mag es mir gar nicht ausmalen. Stell dir mal vor du hast eine Tochter und die kommt mit so einem Typen nach Hause. Isses net schee, wenns schee is?
“Schneidige Madln und Dirndl dazue, brauchst ni long fragn was i da glei tue!” DER BLICK!

Das hier ist Florian Fesl, die erste Zeile seines Liedes dessen Name ich leider nicht weiß lautet: “Isses net schön wenns schön is?”

Recht hast du, lieber Flori.
Der Text handelt übrigens von einem kleinen Zwerg mit einer Zipfelmütze der auf einen anderen Berg will weil da eine Zwergendame ist. Wie löst er das Problem, dass er nicht rüber kommt? Richtig, er ruft die Zwergenhotline an. “Und dann nimmt das alte Zipfelspiel seinen Lauf.”
Neben den dicken Beats finde ich übrigens die subtilen fast schon pornografischen Elemente immer wieder überraschend. Was heißt überraschend, sie sind geschickt eingebaut, zack:

Der erste musikalische Act des Abends: “Die Jungen Zillertaler”. Ich bin ja immer wieder erstaunt darüber wie sehr beatlastig diese Musik doch ist da kann sich ein, sagen wir mal DMX noch eine Scheibe von abschneiden.
Die Schweiz wird auf der Google Earth Aufnahme sichtbar, Applaus setzt ein. Ja meine Damen und Herren, das ist Internet.
Hier erste Bilder die vom Mond gefilmt wurden. Ich habe die Befürchtung Andy Borg wurde eiskalt an der Nase herumgeführt:

Nach der Begrüßungszeremonie und Lobhudelei auf den Austragungsort kommen jetzt endlich die knallharten Fakten und es wird interessant: Vergangene Woche war Andy Borg mit seinem Regisseur auf dem Mond.
Na toll, Fribourg liegt übrigens in der französischen Schweiz. Jetzt versteh ich die ganzen Witze nicht, hab doch Latein gemacht.
Zuvor gab es übrigens noch eine Begrüßung dieser Schweizer Mundart Kids. Einmal kurz raten bitte wer der 3 von seiner Mutter dazu gezwungen wurde:

Es wird aus Fribourg in der Schweiz gesendet, an dieser Stelle noch mal alles gute zum Aufstieg in die erste Fußball Bundesliga. Zur Begrüßung direkt 200 Alphörner und heroische Fahnenschwenker – Gänsehautstimmung. Bis Andy Borg zu Synthiebeats und Trompeten auf die Bühne gesprungen kommt um den Stadlsong zum Besten zu geben. Warum mache ich das eigentlich?
Zu Recherchezwecken habe ich mir “Die Neue Frau” gekauft, also das Magazin. Wo ich jetzt ein paar mal durchgeblättert habe, verstehe ich die negative Grundstimmung der deutschen Rentner voll und ganz. Die Zeitschrift ist in 3 Teile unterteilt. Das erste Drittel befasst sich mit den Problemen und Leiden der “Stars”, dann kommt ein Drittel Rezepte und zum Schluss noch einmal alles zum Thema Gesundheit. Oder besser gesagt Krankheit und wie schlimm manche für ungefährlich gehaltener Infekt doch sein kann. Mein Lieblingsartikel aus dieser Sparte: “10 überraschende Irrtümer über die Schweinegrippe”. Ich bin nach dieser Lektüre also in bester Seniorenverfassungen und es kann losgehen. Stadlzeit!

Foto: Jofre Ferrer
Es gibt im Leben eine Zeit, da ist man gern bereit die Sorgen wegzusperren um der Musik zuzuhören. Da gibt man sich die Hand, sitzt gemütlich beieinand’. Eine Brezn mit einem Bier macht froh und lustig sowieso! YO!! JETZT IST STADLZEIT!!!!111
Also nein, noch nicht ganz. Ab 20:15 Uhr geht es an dieser Stelle los.
EDIT: Beginn 20:30 Uhr, ich kann meine Hose nicht finden.